Das Gehirn von der Seite.

01 Das Gehirn

Unser Gehirn funktioniert schneller und zuverlässiger als der beste Computer der Welt. Es entwickelt sich ab dem Moment der ersten Zellteilung zur komplexen Steuerzentrale des Körpers. Dabei bildet es die Nervenzellen aus, die für unser Denken und Handeln elementar sind.

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Das Gehirn Die ICH-Zentrale

Alle Entscheidungen, die wir treffen, vollziehen sich in unserem Kopf innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde. Was wir schön finden, wen wir mögen, was uns schmeckt und noch vieles mehr, beschließen wir in kürzester Zeit. In der Summe macht das unsere Persönlichkeit aus. Und das Gehirn ist ihr Zentrum.

Der Denkapparat erledigt eine unglaubliche Anzahl an verschiedenen Aufgaben und sorgt gleichzeitig dafür, dass unsere Wünsche und Bedürfnisse erfüllt werden. Möglich ist ihm dies durch eine unglaubliche Anzahl an Nervenzellen, ‑fasern und ‑verbindungen, den sogenannten Synapsen.

Die Körper der Nervenzellen befinden sich in der grauen Substanz des Gehirns. An ihnen entstehen die elektrischen Impulse, die durch Sinneseindrücke ausgelöst werden. Die Nervenfasern liegen hingegen in der weißen Substanz und sind von einer Myelinschicht umgeben. Sie sind für die Weiterleitung der Sinneseindrücke zuständig. Die Nervenzellen und ‑fasern steuern verschiedene Prozesse im Gehirn. Sie sorgen außerdem dafür, dass die einzelnen Hirnareale zusammenarbeiten, damit diese ihre jeweiligen Funktionen ausführen können.

Das Großhirn reguliert unsere Handlungen und Entscheidungen.
Das Zwischenhirn verarbeitet die Sinnesreize.
Das Mittelhirn leitet die Seh- und Hörimpulse weiter.
Das Kleinhirn koordiniert unsere Bewegungen und das Gleichgewicht.
Das Nachhirn übergibt die Erregungen von dem Groß- an das Kleinhirn.

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Das Gehirn die ICH-Zentrale
  • Das Gehirn von der Seite. Das Großhirn ist farblich gekennzeichnet.

    Das Großhirn – Die Übermutter unseres Denkorgans

    Das Großhirn wacht über alle Vorgänge. Es stellt die eigentliche ICH-Zentrale dar. In seinem Frontallappen laufen all die Hirnteile zusammen, die unsere Persönlichkeit prägen. Das Großhirn stellt den größten Abschnitt dar und macht etwa 85 Prozent des Gewichts des Gehirns aus. Es besteht aus der linken und der rechten Gehirnhälfte. Sie sind über Nervenbahnen miteinander verbunden.

    Während die linke Gehirnhälfte die Sprachprozesse steuert, verantwortet die rechte Seite unter anderem das räumliche Denken, das Zahlenverständnis und die Gesichtserkennung.

  • Das Gehirn von der Seite. Das Zwischenhirn ist farblich gekennzeichnet.

    Das Zwischenhirn – Das Sensibelchen unter den Arealen

    Das Zwischenhirn reagiert höchst empfindsam auf alle Impulse der Sinnesorgane und verarbeitet diese. Es lässt sich in vier übereinander gelagerte Ebenen unterteilen: Epithalamus, Thalamus, Subthalamus und Hypothalamus. Der Epithalamus schaltet die Nervenbahnen zwischen den Riechzentren zusammen. Der Thalamus filtert die wichtigen Informationen aus der Flut aller eintreffenden Impulse der Sinnesorgane heraus. Er leitet sie zudem an die Großhirnrinde weiter.

    Während der Subthalamus die Grobmotorik steuert, setzt der Hypothalamus Stress- und Sexualhormone frei. Er reguliert darüber hinaus das Hunger- und Durstempfinden, die Körpertemperatur und den Schlaf-Wach-Rhythmus.

  • Das Gehirn in schräger Ansicht von links hinten. Das Mittelhirn ist farblich markiert.

    Das Mittelhirn – Der Moderator unter den Hirnabschnitten

    Das Mittelhirn übermittelt die Reize, die über die Augen und Ohren aufgenommen werden, an andere Hirnzentren.

    Es regelt die schnelle Orientierung im optischen Bereich. Dazu zählen das Scharfstellen des Bildes und das Auslösen von reflexartigen Bewegungen des Auges bei Geräuschen.

  • Das Gehirn in schräger Ansicht von rechts hinten. Das Kleinhirn ist farblich hervorgehoben.

    Das Kleinhirn – Der Koordinator im Denkapparat

    Für die Abstimmung aller Bewegungen sorgt das Kleinhirn. Es lotet dabei zu jeder Zeit das Gleichgewicht aus.

    Dazu berechnet es die Lage im Raum und meldet die Informationen dem Großhirn. Obwohl es weniger als zehn Prozent des gesamten Gehirns ausmacht, beinhaltet das Kleinhirn 50 Prozent aller Nervenzellen.

  • Das Gehirn von der Seite. Das Nachhirn ist farblich hervorgehoben.

    Das Nachhirn – Der Beschützer der lebenswichtigen Reflexe

    Am hintersten Teil des Denkapparates befindet sich schließlich das Nachhirn. Es gibt die Erregungen von den Großhirnhälften an das Kleinhirn weiter.

    Gleichzeitig stellt es die Zentrale für lebenswichtige Reflexe wie Schlucken, Husten und Niesen dar. Es ist zudem mitverantwortlich für das Schlafen und Aufwachen.

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Das Gehirn die ICH-Zentrale

Das Zusammenspiel der Hirnareale: Wenn die Teamarbeit außer Kontrolle gerät

Die Koordination und Steuerung der einzelnen Hirnabschnitte ist ein fein aufeinander abgestimmter und komplexer Prozess. Dieser kann zum Beispiel durch den Abbau von Hirnmasse im Alter beeinträchtigt werden. Aber auch Veränderungen, die zum Beispiel durch Krankheiten wie Multiple Sklerose (MS) ausgelöst werden, können ihn erschüttern und starke Schäden verursachen.

Denn wenn die von der MS ausgelösten autoaggressiven weißen Blutkörperchen in das Gehirn eindringen, kommt es zur Schädigung der Myelinscheiden – der Schutzschicht der Nervenfasern. Die Weiterleitung der Informationen über die Nervenfasern wird daraufhin gestört. Zudem kann es zu einer Zerstörung der Nervenzellkörper und ‑fortsätze kommen. Beide Prozesse können zum Abbau von Hirnmasse in der grauen und weißen Substanz und je nach betroffenem Hirnareal zu Beeinträchtigungen der motorischen und kognitiven Fähigkeiten führen.

Aufbau des Gehirns: Das Gehirn ist von der Seite dargestellt. Die einzelnen Hirnareale sind unterschiedlich eingefärbt.

Die fein aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit der Hirnareale kann durch Krankheiten wie Multiple Sklerose gestört werden

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Hirn-Fakten
Das Gehirn in Zahlen

Ein Gewicht für eine Waage als Symbol für das Gehirngewicht

Schaltzentrale: 2 % vom gesamten Körpergewicht macht das Gehirn nur aus. Trotzdem steuert es problemlos sämtliche Funktionen des Körpers.

Eine Waage mit einem Gehirn auf der einen Seite und vier Gewichten mit Herzen auf der anderen Seite, da das Hirngewicht etwa viermal so schwer ist wie das Herzgewicht

Gewichtig: 1,3 Kilogramm
wiegt
ein durchschnittliches Gehirn. Damit ist es vier Mal so schwer wie ein Herz.

Zwei Bananen zur Veranschaulichung des Energiebedarfs des Gehirns. Dieser entspricht der Energie, die in zwei Bananen steckt

Energiejunkie: 17 % des gesamten Energiebedarfs des Körpers verbraucht der Denkapparat an einem Tag. Das entspricht in etwa der Energie, die in zwei großen Bananen steckt.

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Hirn-Fakten Das Gehirn in Zahlen
Ein Gehirn, das von Symbolen für die fünf Sinne umgeben ist, zur Veranschaulichung der Vielzahl an Inhalten, die das Gehirn speichern kann

Genie: 10150 Wahrnehmungs- und Bedeutungsinhalte kann das Denkorgan theoretisch speichern.

Ein Glasgefäß, das zu etwa 13 % mit Flüssigkeit gefüllt ist, zur Darstellung des Anteils des Blutes, der pro Minute durch das Gehirn fließt

Im Rausch: 13 % der gesamten
Blutmenge
des Körpers gelangen pro Minute in das Gehirn.

Eine Hand, die ein umfallendes Wasserglas auffängt, zur Veranschaulichung der schnellen Informationsweiterleitung unseres Gehirns

Blitzschnell: 432 Kilometer
pro Stunde
– so schnell kann das Gehirn Informationen weiterleiten. Das entspricht beispielsweise dem Tempo, mit dem man reflexartig ein Glas Wasser vor dem Umkippen bewahrt.

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Hirn-Fakten Das Gehirn in Zahlen
Ein Geflecht vieler Nervenzellen als Metapher für die hohe Anzahl an Nervenzellen im Gehirn

Explosiv: 100 Mrd. Nervenzellen besitzt der Denkapparat. Sie lösen ein wahres Feuerwerk der Impulse im Kopf aus.

Ein Flugzeug auf einer Verbindungslinie zwischen Eifelturm und Freiheitsstatue zur besseren Vorstellung der Länge aller Nervenbahnen im Gehirn

Überdimensional: 5,8 Mio. Kilometer lang sind alle Nervenbahnen des Denkorgans zusammen. Das entspricht etwa der Stecke, die man in tausend Flügen von New York nach Paris zurücklegt.

Fünf Kreise auf einer 1-Millimeter-Skala, von denen einer farblich hervorgehoben ist, veranschaulichen, dass eine typische Nervenzelle des Gehirns ein Fünftel Millimeter breit ist

Klein aber oho: 1/5 Millimeter breit ist eine typische Nervenzelle des Gehirns. Sie steht mit bis zu 200.000 anderen Nervenzellen in Verbindung.

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Hirn-Fakten Das Gehirn in Zahlen
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Die Entwicklung
des Gehirns

  • Embryo in der dritten Schwangerschaftswoche von der Seite. Das Neuralrohr ist farblich markiert.
    3. Schwangerschaftswoche
  • Embryo in der vierten bis sechsten Schwangerschaftswoche von der Seite. Das Neuralrohr ist farblich markiert.
    4. bis 6. Schwangerschaftswoche
  • Kopf eines Fötus in der zehnten bis 15. Schwangerschaftswoche von der Seite. Die bisher entwickelten Hirnteile sind farblich markiert.
    10. bis 15. Schwangerschaftswoche
  • Kopf eines  Fötus in der 16. bis 25. Schwangerschaftswoche von der Seite. Die bisher entwickelten Hirnteile sind farblich hervorgehoben.
    16. bis 25. Schwangerschaftswoche
  • Kopf eines Fötus in der 26. bis 35. Schwangerschaftswoche von der Seite. Das bisher entwickelte Gehirn tritt farblich hervor.
    26. bis 35. Schwangerschaftswoche
  • Kopf eines Fötus in der 36. Schwangerschaftswoche bis kurz vor der Geburt von der Seite. Das bisher entwickelte Gehirn ist farblich gekennzeichnet.
    36. Schwangerschaftswoche bis kurz vor Geburt
  • Kopf eines Säuglings vier Wochen nach der Geburt von der Seite. Das Gehirn ist farblich markiert.
    Geburt
  • Kopf eines ein bis zwei Jahre alten Kindes von der Seite, das Gehirn ist farblich markiert.
    Geburt bis 2. Lebensjahr
  • Kopf eines zwei bis drei Jahre alten Kindes von der Seite. Das Gehirn ist farblich hervorgehoben.
    2. bis 3. Lebensjahr
  • Kopf eines drei bis fünf Jahre alten Kindes von der Seite. Das Gehirn ist farblich hervorgehoben.
    3. bis 5. Lebensjahr
  • Kopf eines sechs bis zehn Jahre alten Kindes von der Seite. Das Gehirn ist farblich gekennzeichnet.
    6. bis 10. Lebensjahr
  • Kopf eines Jugendlichen von der Seite. Das Gehirn ist eingefärbt.
    Ab dem 10. Lebensjahr
  • Kopf eines Erwachsenen von der Seite. Das Gehirn ist farblich hervorgehoben.
    Lebenslanger Prozess
  • Die Geburt des Gehirns

    Die Entwicklung des Gehirns beginnt in der dritten Schwan­ger­schafts­wo­che. Durch die Zellteilung entsteht im Embryo das sogenannte Neuralrohr, ein mit Flüssigkeit gefüllter Zylinder. In ihm bilden sich die Nervenzellen, die sich im Laufe der Hirnentwicklung mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250.000 Neuronen pro Minute vermehren. Sie sind nach mehreren Teilungszyklen spezialisiert und begeben sich bis zum Ende der Entwicklung an ihren jeweiligen Bestimmungsort im Denkapparat.

  • Von Hirnbläschen zu Vorder-, Mittel- und Rautenhirn

    Bis zum Beginn der vierten Schwan­ger­schafts­wo­che haben sich drei Verdickungen – die sogenannten Hirnbläschen – am vorderen Teil des Neuralrohrs gebildet. Aus ihnen entwickeln sich in den kommenden drei Wochen das Vorder-, Mittel- und Rautenhirn. Später bilden sich aus diesen Vorstufen das Groß-, Zwischen-, Klein- und Mittelhirn, die so genannte Brücke, sowie das verlängerte Mark. Aus dem hinteren Teil des Neuralrohrs entsteht das Rückenmark.

  • Die Entstehung des Kleinhirns

    In der zehnten Schwan­ger­schafts­wo­che ähnelt das Gehirn einer zusammengekrümmten Eidechse. Das Rückenmark ist zu dieser Zeit bereits gut entwickelt. Bis zum Ende der 15. Schwan­ger­schafts­wo­che bilden sich das Kleinhirn und der Balken aus.

  • Das starke Band der Gehirnhälften

    Ab der 16. Schwan­ger­schafts­wo­che verbinden sich die einzelnen Gehirnteile miteinander und beide Großhirnhälften nehmen rasant an Größe zu. Ihre Oberfläche ist dabei zunächst glatt. Je weiter die Zellwanderung jedoch voranschreitet, desto mehr Verdickungen bilden sich nach außen. Dadurch kommt es zur Entstehung von Furchen und Windungen. Das Gehirn ist durch sie in der Lage, sich ineinander zu falten und seine Oberfläche stark zu vergrößern. Somit besteht genug Platz für die vielen Nervenverbindungen, die sich im Lauf des Lebens entwickeln werden.

  • Die Welt mit allen Sinnen erleben

    Mit dem Beginn der 26. Schwan­ger­schafts­wo­che kann das Gehirn Informationen aufnehmen und diese verarbeiten. Der Fötus ist dadurch bereits in der Lage, zu hören. Er nimmt die Stimme und Sprache seiner Eltern wahr. Ab der 29. Woche kann er zudem schmecken und ab der 32. Woche sehen. Gleichzeitig zu der Sinnesentwicklung bildet sich das Kurzzeitgedächtnis aus. Das Bewusstsein beginnt zu entstehen.

  • Der Aufbau der Myelinscheide

    Bevor der Fötus zur Welt kommt, haben die Nervenzellen ihre endgültige Position im Gehirn erreicht. Alle wichtigen Gehirnstrukturen sind dann voll entwickelt. Ein Prozess, der kurz vor der Geburt einsetzt, ist die Ausbildung der Myelinscheiden um die Nervenfasern herum. Sie verläuft in mehreren Stadien, sodass die Schutzschicht allmählich dicker wird. Je schneller die Myelinisierung voranschreitet, desto schneller entwickeln sich die Hirnfunktionen. Der Prozess kann bis zum zweiten Lebensjahr andauern.

  • Beschränkung auf das Wesentliche

    Zum Zeitpunkt der Geburt wiegt das Gehirn etwa 300 Gramm. In den nächsten fünf Jahren wird sein Gewicht sich vervierfachen. Nur der Hirnstamm, der Funktionen wie den Herzschlag und die Atmung kontrolliert, ist bereits komplett entwickelt und vernetzt. Alle anderen Hirnabschnitte müssen noch ausreifen. Ein neugeborenes Baby ist so weitgehend auf seine sinnliche Wahrnehmung und auf eine Anzahl an Körperreaktionen beschränkt. Die Regionen des Gehirns, die zukünftig für komplexe Funktionen wie Sprechen oder Denken zuständig sind, müssen sich erst noch vollständig entwickeln.

  • Informationsweiterleitung auf höchstem Niveau

    Sobald ein Kind zur Welt gekommen ist, bildet das Gehirn Milliarden an Verbindungen zwischen den Nervenzellen aus, die sogenannten Synapsen. Es entsteht ein hoch komplexes Netz, in dem jedes Neuron mit tausenden anderen Nervenzellen verbunden ist. Dieses ermöglicht das schnelle Aneignen von Wissen, Verhaltensweisen, Sprachen und anderen Dingen.

  • Schein oder Sein

    Ab dem zweiten Lebensjahr kommt es zu einem rasanten Anstieg der Verbindungen beider Hirnhälften. Ein zweijähriges Kind besitzt dann so viele Synapsen wie ein Erwachsener. Der Informationsaustausch wird dadurch stark verbessert, sodass es zu einer Art Sprachexplosion kommt. Zudem wird die Einbindung der analytischen und der intuitiven Seite gefördert. Das Kind kann nun Schein und Wirklichkeit unterscheiden. Es erkennt, wie unterschiedlich die Gedanken und Beweggründe von Menschen sind, und kann sich in Rollen hineinversetzen.

  • Startschuss Gedächtnis

    Mit dem dritten Lebensjahr verdoppelt sich noch einmal die Anzahl der Synapsen im Gehirn. Ein dreijähriges Kind besitzt damit zweimal so viele Synapsen wie ein Erwachsener. Es ist erstmals in der Lage, auf das Gedächtnis zuzugreifen. Doch alle Erfahrungen und Erlebnisse, die es vorher gemacht hat, kann es nicht abrufen. Der Grund: Das Langzeitgedächtnis entwickelt sich erst ab diesem Zeitpunkt.

  • Aufmerksamkeit unter Kontrolle

    Mit sechs Jahren kann sich ein Kind zunehmend beherrschen. Ursache dafür ist die neue Phase der intelligenten Reife, die ab diesem Zeitpunkt im Gehirn einsetzt. Durch sie ist das Kind zudem in der Lage, die eigenen Gefühle zu kontrollieren, sich besser zu konzentrieren und zielgerichtet zu denken. Das Kind erlernt dadurch elementare Fähigkeiten wie das Rechnen.

  • Die Entwicklung der Persönlichkeit

    Mit dem zehnten Lebensjahr beginnt das Gehirn sich selbst zu optimieren. Dabei sondert es die hohe Anzahl an Synapsen aus, indem es die selten oder nie genutzten Verbindungen abbaut. Häufig benutzte Synapsen stärkt es hingegen. Hinzu kommt, dass immer wieder neue Verbindungen gebildet werden, sodass sich individuelle Strukturen ausprägen. Eine einzigartige Persönlichkeit mit individuellem Charakter entwickelt sich.

  • Die Unendlichkeit des Auf- und Abbaus

    Die Entwicklung des Gehirns vollzieht sich das ganze Leben lang. So setzt sich der Abbau von selten genutzten Verbindungen und die Verstärkung von häufig beanspruchten Synapsen bis zum Ende ununterbrochen fort. Durch Erinnerungsprozesse werden zudem regelmäßig neue Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen gebildet.

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Die Entwicklung des Gehirns

Ab dem 20. Lebensjahr baut der Denkapparat durch den natürlichen Alterungsprozess an Masse ab. Der Grund: Der Körper verringert die Anzahl der Nervenzellkörper in der grauen Substanz. Außerdem reduziert er die Isolierschicht der Nervenfasern in der weißen Substanz und drosselt zudem die Produktion des Botenstoffs Acetylcholin. Er wird für die Signalübertragung der Nervenzellen benötigt. Ältere Menschen reagieren deshalb langsamer. Ihr Gehirn braucht für die Informationsverarbeitung mehr Zeit. Sie haben Schwierigkeiten, unter Zeitdruck etwas Neues zu lernen oder Wissen abzurufen.

Dem Abbau der Hirnmasse wird aber auch entgegengewirkt. So werden selbst im Gehirn eines Erwachsenen immer wieder neue Nervenzellen gebildet. Dieser Vorgang wird als adulte Neurogenese bezeichnet.

Einige Dinge funktionieren im Gehirn im Alter aber auch besser. So kann das Denkorgan beispielsweise den Frontalkortex in höherem Maße nutzen, sodass es älteren Menschen leichter fällt, sich besser auf eine bestimmte Sache zu fokussieren.

Ältere Gehirne arbeiten zudem ganzheitlicher. Sie beziehen die linke und rechte Gehirnhälfte in gleicher Weise mit ein. Sie sind des Weiteren stark trainierbar. So können Aufgaben von ausgefallenen Nervenverbindungen von neugebildeten Synapsen übernommen werden. Das Lernvermögen bleibt also auch im hohen Alter erhalten. Wenn angeeignetes Wissen und Erfahrung zur Bewältigung eines Problems benötigt werden, können ältere Menschen jüngeren sogar überlegen sein.

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Nervenzelle mit Nervenfasern.

MS Angriff auf das Gehirn

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung, die das menschliche Gehirn befällt, dort Entzündungen hervorruft und gleichzeitig einen gesteigerten Abbau an Hirnmasse auslöst.

Die folgenden Bilder zeigen, wie diese Prozesse ablaufen.

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Angriff auf das Gehirn
  • Zwei durch eine Nervenfaser verbundene Nervenzellen. Die Myelinscheide der Nervenfaser ist im Detail abgebildet.

    Die Hirnmasse besteht zu 60 Prozent aus weißer und zu 40 Prozent aus grauer Substanz. Die weiße Substanz beheimatet hauptsächlich die Nervenfasern, die von einer schützenden Isolierschicht, der sogenannten Myelinscheide, umgeben sind. Die Nervenfasern verbinden die Nervenzellen miteinander und sind für die Weiterleitung der Informationen zuständig. In der grauen Substanz befinden sich die Nervenzellkörper. Sie lassen die Erregungen entstehen, die durch die Nervenfasern weitergegeben werden.

  • Beschädigte Myelinscheide einer Nervenfaser.

    Multiple Sklerose programmiert die körpereigenen Abwehrzellen um. Lange galt das Myelin – die fettreiche weiße Schutzschicht, die die langen Ausläufer der Nervenzellen umhüllt – als wichtigster Angriffspunkt der fehlgeleiteten Immunabwehr. Über die sogenannte Blut-Hirn-Schranke dringen die autoaggressiven weißen Blutkörperchen in das Gehirn ein und verursachen in der weißen Substanz Entzündungen an den Myelinscheiden der Nervenfasern.

    Nun ist aber auch die graue Substanz in den Fokus der Therapie gerückt. Denn auch hier kommt es infolge von Entzündungen zu Schäden, die für den Verlauf der MS eine wichtige Rolle spielen.

  • Beschädigte Synapse.

    In der weißen Substanz kommt es zu Entzündungen in den Myelinscheiden der Nervenfasern. Dort kommt es zu Vernarbungen. Die Narben bilden eine Barriere, durch die Impulse entweder verzögert oder gar nicht mehr weitergeleitet werden können.

    Die Entzündungen in der grauen Substanz lassen hingegen starke Schäden an den Nervenzellkörpern und deren Fortsätzen entstehen.

  • Beschädigte Nervenzelle und -faser. Die zerstörte Nervenfaser ist im Detail zu sehen.

    Je länger die Myelinscheiden den fehlgeleiteten Immunzellen ausgesetzt sind, desto stärker werden sie geschädigt. So kann es schließlich sogar zu ihrer vollständigen Zerstörung kommen.

    In der grauen Substanz führen die Entzündungen letztlich dazu, dass die Nervenzellen ihre Funktionsfähigkeit verlieren und absterben. Dadurch kommt es im Gehirn zu einem über das normale Altersmaß hinausgehenden Verlust an Hirnmasse – medizinisch Hirnatrophie genannt. Dieser kann im weiteren Verlauf sowohl zu kognitiven als auch körperlichen Einschränkungen führen.

  • Bus- und Autoverkehr auf einer Straße. Die Objekte sind verschwommen.

    Die Schädigungen der Nervenfasern und der Abbau an Hirnvolumen können je nach betroffener Hirnregion verschiedene Störungen hervorrufen. Dadurch kann es beispielsweise zu Einschränkungen des Sehens kommen, wenn der Sehnerv angegriffen ist.

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