Ein Paar Hände umhüllen ein Gehirn.

03 Hirnschutz

Dem Gehirnabbau bei MS ist niemand schutzlos ausgeliefert. Denn das Gehirn bleibt in seiner Entwicklung niemals stehen. Mit dem nötigen Wissen kann jeder selbst sein Gehirn im Kampf gegen Veränderungen unterstützen und zum eigenen Hirnschutz beitragen.

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Kreuzworträtsel mit Bleistift. Die Worte Mission und Hirnschutz sind eingetragen.

Halbmarathon
für die grauen Zellen

Einmal den Schlüssel zu vergessen oder beim Supermarkteinkauf nicht an das Brot zu denken, ist etwas ganz Normales. Wenn Missgeschicke dieser Art sich allerdings häufen, können kognitive Störungen dafür verantwortlich sein.

Ein Grund für das Nachlassen der geistigen Fähigkeiten ist der Gehirnschwund. Bei MS-Patienten kommt dies besonders häufig vor.

Die gute Nachricht ist: Jeder kann, ob von geistigen Beeinträchtigungen durch MS betroffen oder nicht, mit Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsübungen sein Gehirn dabei unterstützen, in Form zu bleiben.

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Halbmarathon für die grauen Zellen

Wo das Handy liegt, wie Schokolade schmeckt und wann der Postbote kommt, verrät das Gehirn. Baut das Denkorgan – zum Beispiel aufgrund von MS – jedoch verstärkt ab, ist es dazu nur noch eingeschränkt in der Lage. Denn der Verlust von Nervenzellen, ‑fasern und Synapsen in der Steuerzentrale führt zu kognitiven Beeinträchtigungen. Sie machen den Alltag zu einer Herausforderung. So können sich Betroffene beispielsweise nicht mehr an PIN-Codes, Namen oder Telefonnummern erinnern, die ihnen seit vielen Jahren vertraut sind.

Doch jeder MS-Patient kann seinem Gehirn dabei helfen, dem Verlust besser standzuhalten. Denn der Denkapparat kann zwar nicht das verloren gegangene Hirngewebe wiederherstellen, aber bis ins hohe Alter immer wieder Verarbeitungspfade bilden. Die Verbindungen sind in der Lage, neue Informationen zu verarbeiten und abzuspeichern. Für Betroffene besteht daher die Möglichkeit, ihr Gehirn aktiv zu unterstützen. Sie können sich ein neuronales Netzwerk aufbauen, das auch gegen starke Einflüsse standhält.

Transparenter Kopf eines Erwachsenen von oben betrachtet. Informationsstrom umkreist den Kopf. Dieser ist durch Zahlen, Symbole, Buchstaben und Linien dargestellt.
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Halbmarathon für die grauen Zellen

Menschen mit MS sollten daher die Chance nutzen, mit einer modernen Therapie und äußeren Reizen ihr Gedächtnis zu trainieren und ihre Aufmerksamkeit sowie Konzentration zu schulen. Beobachtungen haben gezeigt, dass sich kognitive Fähigkeiten mit gezieltem Training festigen lassen. Geeignete Übungen finden sich beispielsweise auf www.msundich.de. Betroffene, egal in welchem Krankheitsstadium, können damit beginnen. Auch hier gilt wie bei so vielem: Je früher gestartet wird, desto besser. Denn ein zeitig trainiertes Gehirn kann länger gut funktionieren.

Viele Buchstaben sind horizontal und vertikal angeordnet. Sie ergeben auf den ersten Blick keinen Sinn.

In diesem Buchstabengitter sind 10 europäische Hauptstädte versteckt. Lesen Sie horizontal und vertikal sowie vorwärts und rückwärts! (Sie können das Buchstabengitter als PDF herunterladen)

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Dialog
Der Stellenwert des Gehirnschwunds

Hirngewebe auf Veränderungen zu untersuchen, gehört zur täglichen Arbeit von Professor Dr. Brück. Sein Interesse richtet sich dabei vor allem auf die Bereiche, bei denen Gehirnschwund ansetzt. Damit leistet er Grundlagenarbeit für die Diagnostik und Therapie.

Der Direktor des Instituts für Neuropathologie an der Universitätsmedizin Göttingen spricht über den Gehirnschwund, dessen Bedeutung für die MS-Forschung und Möglichkeiten des Hirnschutzes.

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Dialog Der Stellenwert des Gehirnschwunds

Herr Prof. Brück, was ist aus Sicht eines Forschers das Interessante an Gehirnschwund?

Prof. Dr. Brück: Der Gehirnschwund ist derzeit noch ein relativ neues Feld für die MS-Forschung. Denn bisher haben wir uns vor allem auf die Schübe konzentriert und in der Therapie versucht, sie zu reduzieren. Mit der Entdeckung des neuen potenziellen Parameters verbindet sich nun die begründete Hoffnung, bisher undurchsichtige Zusammenhänge erklären zu können.

Zwar stehen wir noch am Anfang, doch es gibt klare Anzeichen dafür, dass das Ausmaß des Gehirnschwunds Aussagen über den langfristigen Verlauf der MS zulässt. Anders formuliert: Wir glauben, wenn wir den Gehirnschwund aufhalten können, kann das positive Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf haben – beispielsweise auf das Fortschreiten der Behinderung oder die kognitiven Beeinträchtigungen.

Deshalb ist der übermäßige Verlust von Nervenzellen, ‑verbindungen und Synapsen im Gehirn für die MS-Therapie von großer Bedeutung. Das Potenzial einer Behandlungsoption, den Hirnschwund beeinflussen zu können, sollte daher in die Therapieentscheidung mit einfließen.

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Dialog Der Stellenwert des Gehirnschwunds

MS-Patienten gehen in der Regel nicht zum Arzt, weil sie Hirnschwund bei sich vermuten. Warum ist das so?

Prof. Dr. Brück: Weil das Phänomen vielen Betroffenen nicht bekannt ist. Außerdem ist Gehirnschwund ein schleichender Prozess, der sich, anders als ein Schub, nicht sofort akut bemerkbar macht.

Das heißt, die Betroffenen stellen erst dann Veränderungen an sich fest, wenn bereits zu viel Gewebe verloren gegangen ist. Die Auswirkungen lassen sich dann auch nicht mehr rückgängig machen.

Ein Schutz vor übermäßigem Gehirnschwund ist daher bislang nur vorbeugend möglich.

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Dialog Der Stellenwert des Gehirnschwunds

Welche Möglichkeiten gibt es für MS-Patienten, Gehirnschwund zu vermeiden?

Prof. Dr. Brück: Im Moment sind wir nicht in der Lage, durch Hirnatrophie geschädigtes oder verlorengegangenes Hirngewebe zu reparieren, beziehungsweise wiederherzustellen. Aber wir haben trotzdem eine Möglichkeit, Betroffenen zu helfen.

Denn es gibt moderne Therapieoptionen, die nicht nur die klassischen MS-Symptome reduzieren, sondern auch den Abbau der Nervenzellen, ‑fasern und Synapsen nahezu auf einem normalen Level halten können.

Darüber hinaus können MS-Patienten ihr Gehirn unter anderem durch Konzentrations-, Gedächtnis- und Entspannungsübungen unterstützen.

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Dialog Der Stellenwert des Gehirnschwunds

Wann sollten sich MS-Patienten Gedanken über ihren Hirnschutz machen?

Prof. Dr. Brück: Je früher, desto besser. Denn der Verlust von Nervenzellen startet nicht erst im späten Stadium der Erkrankung, sondern direkt von Anfang an.

Und einmal abgebautes Hirngewebe kann nicht wieder hergestellt werden. Daher ist es ratsam, sein Gehirn frühzeitig zu schützen.

Ideal ist eine Kombination aus einer adäquaten Therapie und regelmäßigem Gehirntraining.

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Strategien gegen das Vergessen

  • Zeichnung: Hand mit Stift als Metapher für Merkhilfen
    Start
  • Zeichnung: Hand mit Stift als Metapher für Merkhilfen
    Tipp 01
  • Zeichnung: Telefon mit Weckfunktion als Beispiel für Erinnerungshilfen
    Tipp 02
  • Zeichnung: Schlüssel am Schlüsselbrett angeordnet zur Veranschaulichung von Ordnung und Routine als Gedächtnisstütze
    Tipp 03
  • Zeichnung: Teetasse als Sinnbild für Entspannung gegen Gedächtnisstörungen
    Tipp 04
  • Zeichnung: Scrabble-Steine zeigen die Worte Fit und Gehirn als Sinnbild für Gedächtnistraining zum Erhalt der kognitiven Fähigkeiten
    Tipp 05
  • Zeichnung: Ein Pinsel und eine Farbpalettezur Veranschaulichung der positiven Wirkung von kreativen Tätigkeiten auf kognitive Fähigkeiten
    Tipp 06
  • Zeichnung: Ein Würfel, der nach links und rechts gedreht werden kann als Beispiel für ein Training der Vorstellungskraft
    Tipp 07
  • Zeichnung: Mond und Sterne als Metapher für den guten Einfluss von ausreichend Schlaf auf die kognitiven Fähigkeiten
    Tipp 08
  • Zeichnung: Ein Märchenbuch mit einer Hexe auf ihrem Besen als Sinnbild für das Geschichten-Erfinden zum Training der kognitiven Fähigkeiten
    Tipp 09
  • Zeichnung: Zwei Sprechblasen als Sinnbild für Kommunikation über kognitive Störungen
    Tipp 10
  • 10 Tipps gegen das Vergessen

    Erst glaubt man an ein Versehen oder macht die schlechte Tagesform dafür verantwortlich. Doch wenn Konzentrationsschwierigkeiten, Sprachstörungen und Gedächtnisprobleme bei MS-Patienten immer wieder auftreten, könnte die Ursache darin liegen, dass die Erkrankung dem Gehirn im Laufe der Jahre zugesetzt hat. Betroffene sollten diesen kognitiven Defiziten so früh wie möglich gegensteuern. Die folgenden Strategien können dabei helfen, das Gehirn zu stabilisieren und den Alltag zu erleichtern.

  • Das Wichtigste aufschreiben

    Die Strategie ist nicht neu, aber effektiv: Wichtige Informationen sollten immer schriftlich festgehalten werden. Alle Merkhilfen, egal ob Terminkalender oder Notizzettel, sind dabei erlaubt. Wenn wir uns Dinge notieren, wandeln wir sie in eigene Worte um. Die Informationen erlangen so eine größere Bedeutung, sodass man sich leichter an sie erinnert. Der Effekt kann durch eine Verbindung mit Bildern, Düften und Eindrücken gesteigert werden. Denn durch die Verknüpfungen kommen die Informationen schneller ins Gedächtnis. Kleine Symbole neben Mitteilungen können also beim Erinnern helfen.

  • Hilfsmittel nutzen

    Armbanduhren, Handys und Tablet-PCs mit Alarmfunktionen können im Alltag unterstützend wirken. Denn sie erinnern an wichtige Ereignisse oder Termine. Mit ihnen ist es außerdem möglich, Listen, Tagespläne, Telefonnummern und Adressen zu erstellen sowie zu speichern. Außerdem können über die Geräte speziell für MS-Betroffene entwickelte Apps, wie z. B. die „MS und ich“ App von Novartis oder das „MS-Tagebuch“ der DMSG, abgerufen werden. Sie helfen dabei, regelmäßig die Therapie durchzuführen und Symptome kontinuierlich zu dokumentieren. So kann der Alltag besser bewältigt werden.

  • Routine in den Alltag bringen

    Das kennt jeder: Wer seine persönlichen Sachen immer an einen anderen Platz legt, findet sie früher oder später nicht wieder. Portemonnaie und Co. sollten deshalb stets am gleichen Ort platziert werden. Ein Brettchen neben der Tür für den Schlüssel oder eine Pinnwand im Flur für Notizen sind daher hilfreich. Diese Kontinuität und Routine hilft im Alltag, sich daran zu erinnern, wo Dinge abgelegt wurden.

  • Stress vermeiden

    Stress kann zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen führen oder diese verstärken. Situationen, Personen und Dinge, die unter Druck setzen oder aufregen, sollten deshalb vermieden werden. Eine entspannte Atmosphäre zu Hause und am Arbeitsplatz kann zusätzlich helfen. Und nicht vergessen: regelmäßig kurze Pausen gönnen. So wird ein klarer Kopf bewahrt und die anschließenden Aufgaben können ohne Probleme bewältigt werden.

  • Das Gehirn regelmäßig trainieren

    Wer lange Zeit in eine Sache vertieft ist, fühlt sich meist schnell ausgelaugt. Verstärkt wird dieser Effekt, wenn Konzentrationsprobleme die Aufgabe unnötig in die Länge ziehen. Regelmäßiges Gehirnjogging bzw. Gedächtnistraining kann den Denkapparat fit machen. Übungen, die das Zahlenverständnis, das Lesevermögen, den Sprachschatz und die Merkfähigkeit ansprechen, halten die Konzentrationsfähigkeit auf einem konstant guten Niveau oder verbessern sie sogar. Geeignete Kognitionsübungen finden Sie hier.

  • Abwechslung schaffen

    Auch neue Eindrücke halten das Gedächtnis in Form: Ein Spaziergang durch eine unbekannte Umgebung, verschiedene kreative und sportliche Kurse oder ein Wochenendausflug bieten dem Denkapparat regelmäßig neue Reize. Sie helfen außerdem, das Erinnerungsvermögen auf Trab zu halten. Ganz wichtig: auch hier regelmäßig Ruhepausen einlegen. Denn das Gehirn braucht Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten. Informationen zu einem Bewegungsprogramm für MS-Patienten gibt es hier.

  • Wahrnehmung schulen

    Mit regelmäßigem Training der räumlichen Wahrnehmung und Vorstellungskraft kann die Orientierung im Alltag leichter fallen. Deshalb sollten immer wieder kleine Gedankenübungen in ruhigen Momenten eingebaut werden. So kann die Wahrnehmung beispielweise durch die Vorstellung auf der Spitze eines Eisberges zu stehen oder durch das Hin- und Her-Drehen eines Gegenstandes im Kopf trainiert werden. Auch das „gedankliche Abgehen“ eines Weges kann nützlich sein. Es beugt möglichen Orientierungsproblemen vor.

  • Ausreichend Schlaf gönnen

    Ein Ausflug ins Land der Träume dient neben der Erholung auch dem Gedächtnistraining. Für ausreichend Schlaf sollte daher immer gesorgt werden. Denn nur wer genügend schläft, kann komplexe Informationen verarbeiten. Das Gehirn braucht eine Phase, in der alle äußeren Reize ausgeschaltet sind. Nur dann ist es in der Lage, Informationen auszusortieren und wichtige Details in das Langzeitgedächtnis zu übertragen. Das heißt: Ohne Schlaf wird nichts Neues im Gedächtnis verankert.

  • Geschichten erfinden

    Geschichten kommen aus der Phantasie. Sie bieten daher eine gute Gelegenheit, die Gedächtnisleistung zu stärken, sodass man sich besser an Informationen erinnert. Telefonnummern, Einkaufslisten und Geburtstage sollten deshalb in kleine Anekdoten verpackt werden. Je absurder dabei die Geschichte ist, umso besser. Beim Lernen von Geschichten werden die Informationen mit Bildern verbunden. Dieses assoziative Aneignen sorgt für einen höheren Erinnerungseffekt.

  • Mit Familie und Freunden reden

    Mit Familie und Freunden über Probleme zu reden, kann helfen Missverständnisse zu vermeiden und Verständnis für die Situation zu schaffen. Die Gespräche tragen außerdem zur Entspannung bei. Denn sobald die Umgebung von den Defiziten weiß, verfliegt der eigene Druck. Tipp: Gern einmal die Lieben in tägliche Prozesse und Aufgaben mit einbinden und sich von ihnen an etwas erinnern lassen.

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